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Schloß Löseck

Schloß Löseck


Schloss Löseck
Der Hauptmann a.D. Friedrich von Lösecke kam 1864 aus Lübeck nach Hettensen
und war bis 1874 Eigentümer des großen Rittergutes. (In seinem Gefolge befand sich übrigens auch der Diener Heinrich Brede, der Vater des späteren Kolonialwarenhändlers,
Gastwirts und Posthalters Carl Brede in Hettensen)
1873 ließ Friedrich von Lösecke das schlossartige Gebäude im Rodetal, rechts der Bundesstraße von Nörten Hardenberg nach Reyershausen erbauen.
Zu dem Besitz gehörte auch eine Mahl- und Dreschmühle (die Untermühle).
Der zugehörige Landsitz betrug nur 16 Hektar. Trotzdem wurde das Besitztum 1874 durch Übertragung der ritterschaftlichen Stimme eines eingegangenen Gutes zu Gestorf bei Hannover zum Rittergut erhoben. Die von Lösecke, eine alte Soldatenfamilie, die ein Schwert im Wappen führt, nannten sich ursprünglich von Löser.

Die Familie Lösecke, war im 15. Jahrhundert in Goslar ansässig.
Durch die Heirat eines Rittmeisters mit einer Engländerin im 17. Jahrhundert, wurden dauerhafte Kontakte nach England gepflegt. So kam es wohl dazu, dass Schloss Löseck um 1890/1891,
allerdings nur für kurze Zeit, ein Töchterpensionat für junge englische Damen wurde, unter einer strengen englischen Gouvernante.
(Das Tagebuch einer damaligen Schülerin gibt Auskunft über das alltägliche Leben im Schloss.)
Spätere Eigentümer waren Rittmeister Götz von Ohlenhusen und Freiherr von der Borch, der es 1912 an das Kaliwerk verkaufte.

Die Großmutter unseres Freundes Adolf Kellner aus Nörten-Hardenberg, Frau Agnes Knoke, war von 1908 bis 1910 als Hausangestellte auf Schloß Löseck.

Dem Kaliwerk diente das Schloß als Dienstwohnung für den Bergwerksdirektor.
In dieser Zeit von 1922 – 1926 wohnte auch unser Kumpel Rudi Müller (*1920 - 2012) im Schloss.
Sein Vater Rudolf Müller war Fahrer bei Direktor Dr. Bantien.
Die Fahrzeuge, der CADILLAC und der HORCH, sind auf den Fotos zu sehen.

1936 übernahm die NSDAP das Haus. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es ein Entbindungsheim der NS Volkswohlfahrt ev. Berlin.
Schwangere Frauen aus den Bomben gefährdeten Kriegsgebieten, wie Salzgitter oder Hannover wurden hier untergebracht.
Das Schloss Löseck eignete sich sehr gut als Unterkunft für Mütter mit ihren Kindern, weil aus der Zeit als Mädchenpensionat, jedes Zimmer über fließend Wasser verfügte und auch ein großer Speisesaal und eine riesige Küche vorhanden waren.
In dieser Zeit, von Juni 1942 bis 3. Mai 1945, arbeitete meine Schwiegermutter, Frau Emmi Aue, auf Schloß Löseck.

Zwischen 1945 und 1950 diente das Haus als Altenheim des Landkreises Göttingen.

1952 fiel Löseck als ehemaliges NS Vermögen an das Land Niedersachsen und wurde für 20 Jahre als privates Kinderheim
an zwei Kindergärtnerinnen (Frau Traute Rohde und Frau Herta Eschrich) verpachtet.
Bis zu 70 Kinder aus Industrie- und Ballungsräumen haben hier zeitweise, im Rahmen der Kinderverschickung herrliche sechs Erhohlungswochen verbracht.
Die mangelnden sanitären Installationen führten zur Aufgabe des Heims, und der allgemeine, renovierungsbedürftige Zustand veranlasste das Land Niedersachsen, das Haus zu verkaufen.
Das Haus ist seit dieser Zeit mit unterschiedlicher Nutzung im privaten Besitz.

Ferien auf Schloß Löseck 1957
Diese Fotos wurden uns von einem der Ferienkinder gegeben.
Sie war damals 12 Jahre alt und kam aus Braunschweig.
Vielen Dank für die Fotos.